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Familientreff

Familientreff Bemerode

Stadtteilleben aktiv mitgestalten

Unterstützung und Raum für Austausch bietet der Familientreff Bemerode den BewohnerInnen des Stadtbezirks. Gestaltet wird das Angebot von einer großen Anzahl ehrenamtlicher HelferInnen.

  Konrad Boidol | 02.07.2018

Viele freiwillige Hände packen mit an: Bei Familientreff Bemerode, Hinter dem Holze 32, kümmern sich 60 Ehrenamtliche um das vielfältige Angebot. Es reicht von Hausaufgabenhilfe über einen Spendenbasar bis hin zu Stadtteilfesten und interkulturellen Begegnungen. Einige Freiwillige sind schon sehr lange dabei – manche seit der Gründung im Jahr 1994.

Zu dieser Zeit zogen viele AussiedlerInnen nach Hannover, zahlreiche davon nach Bemerode. „Damals hat man entschieden, dass es gut wäre, soziale Einrichtungen vor Ort zu haben“, erklärt Margret Klingenberg-Aoues, die seit 2011 hauptamtlich für den Treff verantwortlich ist und bereits seit 1997 im Wohngebiet Hinter dem Holze arbeitet. Sie ist Mitarbeiterin des Diakonischen Werks Hannover, das die Einrichtung 2011 übernommen hat. Vorher stand er abwechselnd unter der Trägerschaft der Kirchengemeinden St. Johannis und Jacobi.

Erfolgsmodell: Hausaufgabenhilfe

Die Hausaufgabenhilfe gibt es von Anfang an. Sie ist sehr erfolgreich: „Wir haben festgestellt, dass die Kinder danach viel besser in der Grundschule waren und teilweise höhere Schulen besuchen konnten“, erklärt die Leiterin des Treffs. Jeweils vier BetreuerInnen kümmern sich jeden Tag für zwei Stunden um 14 Kinder, die unterschiedliche Grundschulen im Stadtbezirk besuchen. Zum Vergleich: Im Ganztag der Schulen dauert die Hausaufgabenbetreuung rund eine halbe Stunde. Bevor es losgeht, bekommen die SchülerInnen im Familientreff etwas zu Essen, danach wird in den gemütlichen Räumen konzentriert gelernt. An der Grundschule Am Sandberge gibt es noch eine weitere Hausaufgabenbetreuung des Treffs. Hier sind noch einmal vier Ehrenamtliche täglich im Einsatz. Nicht nur die SchülerInnen profitieren von dem Angebot – auch die Ehrenamtlichen geben an, dass sie durch die Nachhilfe nicht nur ihr ursprüngliches Wissen wieder auffrischen, sondern auch viel dazulernen können.

Familientreff 2
Viele Kinde profitieren von den Angeboten im Familientreff.
Familientreff 2
Viele Kinde profitieren von den Angeboten im Familientreff.

Sprachferien im Treff

Neben der Hausaufgabenhilfe werden für SchülerInnen außerdem zwei- bis dreimal im Jahr Sprachferien angeboten. Die Kinder kommen um neun Uhr in den Familientreff und es wird gemeinsam gefrühstückt. Danach gibt es Unterricht im weitesten Sinne. Insbesondere Leseübungen stehen auf dem Programm. „Bei den Kindern fehlt oft das Leseverständnis, sie können beispielsweise Matheaufgaben nicht lösen, weil die Fragestellungen so schwierig sind“, erläutert Klingenberg-Aoues. Nach einem gemeinsamen Mittagessen gibt es verschiedene Freizeitaktivitäten. „Wir sind nach einer Spende mit dem ICE nach Hamburg gefahren. Das war für die Kinder natürlich ein Erlebnis“, erinnert sich die Leiterin des Treffs an ein Highlight des vergangenen Jahres.

Spendenbasar und Computerkurse

Im Familientreff gibt es außerdem einen Spendenbasar. Dort können Kleidung und Haushaltsgegenstände abgegeben werden. Für einen kleinen Beitrag werden sie an Familien mit geringerem Haushaltsbudget weitergegeben. „Wir bekommen hier sehr viele und auch richtig gute und tolle Sachen“, beschreibt Klingenberg-Aoues. Des Weiteren organisieren die Helfer im Treff Sprachförderangebote für Erwachsene oder Kursangebote für die StadtteilbewohnerInnen: An zehn eigenen PCs gibt es beispielsweise Einführungen in den grundlegenden Umgang mit Computern.

"Das Gefühl, angekommen zu sein"

Aber nicht die vielfältigen Angebote alleine sind es, die den Familientreff ausmachen: „Wir möchten, dass die Menschen aus dem Stadtteil es als ihren Treffpunkt sehen und auch mit ihren Ideen weiterentwickeln und mitbestimmen, was daraus wird“, erklärt Klingenberg-Aoues. Um einander kennenzulernen, werden „Austauschbegegnungen“ im Rahmen gemeinsamer Bastelaktionen oder Stadtteilfeste sowie Infofahrten initiiert. „Dort geht es nicht nur um Informationen, sondern auch um Begegnungen. Man muss etwas gemeinsam erleben, um das Gefühl zu haben, angekommen zu sein“, sagt sie über die gemeinsamen Ausflüge. Ähnlich verhält es sich beim jährlichen Adventskranz-Basteln vor Weihnachten: Die Kränze seien nur ein „Medium“ für den Austausch: „Es geht darum, dass die Leute sich treffen – es kommen viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen: MuslimInnen genauso wie JezidInnen oder Deutsche“, berichtet Klingenberg-Aoues. Durch die gemeinsame Aktion könnten sich die Menschen der unterschiedlichen Kulturen kennenlernen und Vorurteile abbauen.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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