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Speeddating in der Warenannahme 10.08.2017

Interview zur Bundestagswahl

„Ich bin froh, dass ich hier wählen darf“

Am 24. September ist Bundestagswahl. Lipi Mahjabin Ahmed von der Initiative für internationalen Kulturaustausch (IIK e.V.) hat im Vorfeld PolitikerInnen kennengelernt.

  Wolfgang Becker | 22.08.2017

„Auf ein Wort“ hieß es am 10. August in der Warenannahme bei FAUST: „Beim Speeddating habt Ihr die Gelegenheit, mit PolitikerInnen aus Hannover und KandidatInnen für die Bundestagswahl 2017 ins Gespräch zu kommen,“ so der Ankündigungstext. „An moderierten Tischen stellen sie sich Euren Fragen. Ihr habt jeweils 20 Minuten Zeit, um euer Gegenüber kennenzulernen, Eure Fragen zu stellen, zu diskutieren und eigene Ideen mitzugeben.“

Diskussionsrunde beim Speeddating Warenannahme am 10.08.2017
Diskussionsrunde beim Speeddating Warenannahme am 10.08.2017

Auf der Veranstaltung stellten sich Arthur Lechtchyner (Junge Union), Sven-Christian Kindler (B90/Grüne), Grigorios Aggelidis (FDP), Yasmin Fahimi (SPD) und Parwaneh Bokah (DIE LINKE) den Fragen von rund 50 BesucherInnen. Eine von ihnen war Lipi Ahmed. Wir fragten Sie nach ihren Eindrücken.

Warum interessierst Du Dich für die Bundestagswahl?
Lipi: Als Migrantin und auch Teil dieser Gesellschaft finde ich es wichtig, an der Bundestagswahl teilzunehmen und mein Recht auf Mitbestimmung und Teilhabe auszuüben. Gerade in Zeiten des Rechtsrucks in ganz Europa und auch in Deutschland, ist es für mich wichtig meine Stimme für Vielfalt und friedliches Zusammenleben in Deutschland abzugeben. Dafür setze ich mich ja auch täglich als Leiterin der IIK und als Mitglied des MiSO-Vorstandes ein.

Viele Migranten sind von der Wahl ausgeschlossen. Wie findest Du das? Darfst Du selbst wählen?
Lipi: Ich finde es schade, dass viele MigrantInnen nicht wählen dürfen. Gerade Menschen, die schon länger in Deutschland leben, sollten ein Recht dazu haben mitzubestimmen. Und viele MigrantInnen, gerade die Älteren, haben keine Möglichkeit, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen. Sie sind also über viele Jahre Teil dieser Gesellschaft und prägen das Land auch, haben aber keine Chance auf Mitbestimmung. Ich selbst habe die deutsche Staatsangehörigkeit schon seit vielen Jahren und bin froh, dass ich hier wählen darf.

Frau Lipi Ahmed vom IIK e. V.
Lipi Ahmed
Frau Lipi Ahmed vom IIK e. V.
Lipi Ahmed

Das Speeddating in der Warenannahme war von der IIK mitorganisiert. Wie fandest Du den Verlauf?
Lipi: Das Speeddating war eine Idee von Hometown Hannover und die IIK hat die Veranstaltung mitorganisiert, wobei der Großteil der Arbeit bei Hometown lag, wofür ich mich bedanken möchte. Insgesamt war es eine tolle Veranstaltung mit vielen interessierten Menschen und spannenden Politikern. Es gibt ja für Geflüchtete und MigrantInnen nur selten die Möglichkeit, sich mal mit den Politikern persönlich auszutauschen, Fragen zu stellen und den Politikern ihre Probleme zu erklären. Ich finde, dass die Politik häufiger auch auf die Organisationen und Menschen zugehen sollten, die täglich mit den Geflüchteten und MigrantInnen arbeiten.

Auf der Veranstaltung haben sich fünf hannoversche KandidatInnen vorgestellt. Gibt es für Dich jetzt eine Favoritin bzw. einen Favoriten?
Lipi: Ich hatte viele interessante Gespräche, aber wen ich am besten fand, das bleibt mein Geheimnis :).

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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