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Fest der Vielfalt 2022_Sharaf Ahmed

Das siebte Fest der Vielfalt

Kultur – Begegnung – Austausch

Es war großartig - und es ist gelungen, ein gemeinsames transkulturelles Fest unter großer Beteiligung aller Gäste zu entwickeln. Ein Bericht von IIK-Mitarbeiterin Magdalena Markones.

  Magdalena Markones | 01.09.2022

Die Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK) e.V. setzt sich seit über 30 Jahren für kulturelle Begegnungen, Austausch und Verständigung ein. Entsprechend ihrer Leitprinzipien lud die IIK nun am Sonntag, den 28.08.2022, zusammen mit über 30 interkulturellen Initiativen, Vereinen und Einzelaktivisten zu einem bunten Fest der Vielfalt mit Kultur, Begegnung und Austausch auf dem Faustgelände in Linden-Nord.

Das Fest ist der Höhepunkt einer einwöchigen interkulturellen Angebotswoche, die Freitag, den 26.08.2022, mit der Eröffnung zweier Ausstellungen in der Warenannahme begann und am 02.09.2022 mit einem Artist Exchange mit Künstler*innen aus aller Welt ihren Abschluss findet.

Eröffnung durch Lipi Ahmed und Sozialdezernentin Sylvia Bruns

Am 28.09.2022 um 12:30 Uhr eröffnete IIK-Leiterin Mahjabin Ahmed in der Warenannahme das siebte Fest der Vielfalt mit einer Rede über die Bedeutung kultureller Veranstaltungen für unsere Einwanderungsgesellschaft und für die Qualität unseres Zusammenlebens. Sylvia Bruns vertrat als
Dezernentin für Soziales und Integration der Stadt Hannover auch die institutionelle Seite Hannovers. In ihrem Grußwort drückte Frau Bruns ihre Freude aus, wieder am Fest der Vielfalt teilzuhaben: Das alljährliche Fest der IIK in Kooperation mit der hannoverschen Vereinslandschaft im Bereich Migration und Kultur gebe eine tröstende Stabilität in solch unruhigen Zeiten mit höchst schwierigen geopolitischen Entwicklungen in Europa.

Die IIK als ein wichtiger Migrationsverein Hannovers sei für ihre Arbeit der Kooperation und Verständigung ein Vorbild für das ganze Land. Auf dem Fest der Vielfalt ist es der IIK gelungen, die Diversität der Stadtgesellschaft aufzuzeigen und in einem großen Miteinander zusammenzubringen.

Und wirklich – die Warenannahme und die kleine Straße „Zur Bettfedernfabrik“ des Faustgeländes boten den Schauplatz für eine Vielzahl an unterschiedlichen kulturellen Auftritten: Tanz-Performances, Musik mit verschiedenen Instrumenten und Gesängen sowie diverse Mitmachaktionen von hannoverschen Akteur*innen aus dem Bereich Migration & Kultur.

Auf der Bühne der Warenannahme erzählten Tänzerinnen aus Bangladesch und Indien ganze Geschichten mit ihren Bewegungen. Musik und Gesang der Ukrainerinnen bahnte sich schnell den Weg in die Herzen der Zuhörer*innen. Die House-Performances des Tänzers und Fest-Mitorganisators Christian Drewicke gaben bereits einen Einblick in die Animationskraft, mit der er etwas später auf dem Außengelände die Gäste des Festes dazu brachte, in einem großen Pulk zusammen zu tanzen.

Afrikanische Trommler und wilde Tanz-Performance

Der Verein Freunde für Galy e.V. brachte wie schon im Jahr zuvor viele große Trommeln mit und animierte Gäste und Mitglieder der anderen Vereine und Initiativen, sich aktiv zu beteiligen. Ob Sticks, Handballen oder Fingerspitzen, ob Anfänger*in oder Profi, ob jung oder alt - wie durch Zauberei schienen alle im Takt zu trommeln. Der rhythmische Trommel-Beat zog Tänzerinnen und Tänzer an, die in der Mitte des Trommel- und Zuschauer*innen-Kreises abwechselnd oder zusammen ihre ganz eigenen und unterschiedlichen Tanzschritte zum Trommel-Beat einbrachten. Die Brasilianerin Naturaleza schloss sich mit ihrer musikalischen Capoeira-Truppe bald dem Trommelkreis an und vollführte ihren brasilianischen Kampftanz zu den verschmolzenen Klängen südamerikanischer Zupfinstrumente und afrikanischer Trommel-Rhythmen.

Diese lebendigen Performances unter großer Beteiligung der Festgäste wirkten wie der pulsierende Herzschlag des Festes. Hier kamen alle zusammen und erschufen großartige transkulturelle Klänge, Tanzauftritte und ein gemeinsames Miteinanderfeiern, das nur selten zu sehen und zu erleben ist.
Das Fest war aber nicht nur eine Freude für die Beine, Ohren und Augen der Gäste. Die Straße „Zur Bettfedernfabrik“ des Faustgeländes war schon frühzeitig eingehüllt in eine duftende Wolke voller süßer und würziger Verlockungen für die Geschmacksnerven.

Die Mitglieder des Afghanischen Frauennetzwerkes rührten während des gesamten Festes mit langen Holzstöcken ihren riesigen Topf des traditionellen afghanischen Getreidesaftes, bis sie am Ende des Festes den süßen Saftbrei in die herbeigeschafften Gefäße, Tassen und Schüsseln der Gäste füllten. Große Pfannen und Töpfe brutzelten unter den 19 Zelten und Schirmen der Vereine und Initiativen. Würzige Eintöpfe, süße Teigkugeln und Waffeln, frisches Brot und fliegende Schaumküsse machten die Auswahl schwer.

MiSO präsentierte ein "Smoothie-Bike"

MiSO-Leiterin Adriana Pombo stellte ein von ihr umgebautes Fahrrad auf den Platz, mit dem die Gäste mittels eines Dynamos einen Mixer auf dem Gepäckträger antrieben, um sich strampelnd einen frischen Saft zu mixen. Mitten im Geschehen des ganzen Tages malte der Künstler Neba der Organisation Love Without Borders in aller Seelenruhe ein bezauberndes Bild auf Leinwand.

An den Infotischen der interkulturellen Initiativen und Vereine konnten sich die Gäste über die Herzensangelegenheiten, Kämpfe und Sorgen der interkulturellen Vereinslandschaft Hannovers informieren. Dazwischen gab es Spieltische und weitere tolle Mitmach-Aktionen für die kleinen und
großen Besucherinnen und Besucher: Comics Zeichnen mit Sam, HipHop-Tanzen, Malen, PiñataSchlagen, Schaumküsse-werfen, eine Vereins-Rallye und vieles mehr.

Ausklang mit entspannenden Klängen und transkulturellem Beat

Den Abend verbrachten die Gäste und Künstler wieder in der Warenannahme. Auf der Bühne spielte der Musiker Omid Bahadori wunderschöne und entspannende Klänge auf Gitarre und Kalimba. Die sympathische Gesangstruppe eVIVA schmetterten Lieder wie „West Virginia“ und „Über den Wolken“. Schließlich übernahmen Linden Legendz die Bühne und verbanden verschiedene Musikstile mit Gesang und Instrumenten zu einem transkulturellen Beat, der das Publikum wieder auf die Tanzbeine vor die Bühne zog.

Es war ein großartiges Fest - und es ist der IIK zusammen mit den hannoverschen interkulturellen Vereinen gelungen, aus vielen unterschiedlichen Gruppierungen und Einzelpersonen ein gemeinsames transkulturelles Fest unter großer Beteiligung aller Gäste zu entwickeln.

Magdanela Markones

Fotos: Sharaf Ahmed (Hauptbild), Wolfgang Becker

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