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Fachtagung_Rassismus sichtbar machen_27.06.2022

Bericht Fachtag

Rassismus sichtbar machen und überwinden!

Bericht über die Fachtagung „Zusammenleben in Vielfalt - Rassismus sichtbar machen und überwinden“ des IIK e. V. im Kulturzentrum Pavillon Hannover.

  Magdalena Marcones | 30.06.2022

Am 27.06.2022 kamen wir mit 50 Gästen und Teilnehmenden zu unserer Fachtagung „Zusammenleben in Vielfalt - Rassismus sichtbar machen und überwinden“ im Kulturzentrum Pavillon in Hannover zusammen.

Wir als Initiative für Internationalen Kulturaustausch (IIK) e.V. hatten im Rahmen unseres EU- und städtisch geförderten Projektes Zusammenleben in Vielfalt (ZiV) unter der Leitung von Amelie Rook und Maria Tsenekidou und Koordination von Mahjabin Ahmed zur Tagung eingeladen.

Um kurz nach 10 Uhr schenkte uns der Künstler Omid Bahadori mit den Klängen seiner Handpan eine entspannte Wohlfühl-Atmosphäre für einen guten Tagungs-Start. IIK-Leiterin Lipi Mahjabin Ahmed hob in ihrer Begrüßungsrede hervor, wie wichtig es für den gesellschaftlichen Abbau von Rassismus ist, diesen in seinen Strukturen und Auswirkungen sichtbar zu machen und zu benennen.

Historiker Dr. Massimo Perinelli führte uns mit seinem Vortrag „Gesellschaft der Vielen sichtbar werden lassen“ in die rassistischen und rassismuskritischen Entwicklungen unserer Gesellschaft ein. Er kristallisierte die Bedeutung von Rassismus als Apparat und Legitimation zur Durchsetzung gesellschaftlicher Ungleichheit heraus und inspirierte uns mit neuen Definitionen und historischen sowie aktuellen Errungenschaften migrantischer Selbstorganisation.

Die äußerst leckere Mittagspause mit kulinarischer Verköstigung durch das Mezzo im Foyer des Pavillons flankierte die Wander-Ausstellung des ZiV-Projektes: 12 Banner zeigten die Geschichten von biographischem Rassismus mit Fotos der jeweiligen Personen.

Im Tagungsraum erlebten wir nach dem Mittagessen mit dem ersten Projektfilm von ZiV die verschiedenen Sichtweisen und Erfahrungen zu Rassismus und Fluchtgründen der Protagonist*innen Jessy, Gigi, Kamela und Anas.

In zwei schnellen Workshop-Runden unter Anleitung von Zahra Lessan (Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.), Eby Tangara (ADV Nord e.V.) und Adriana Pombo (MiSO-Netzwerk Hannover e.V.) versuchten wir am Nachmittag, unsere Ideen, unsere Erfahrungen und unser Wissen zu strukturellem Rassismus, Alltagsrassismus und seinen Zusammenhängen mit Kolonialismus unterzukriegen. Wir versprechen hiermit, unsere nächsten Tagungs-Workshops mit mehr zeitlichen Ressourcen auszustatten.

Schließlich wurden wir mit einer vielsichtigen Podiumsdiskussion entlohnt – Vortragsredner Dr. Massimo Perinelli lieferte sich einen höchst spannenden Schlagabtausch mit Markus Häckl der Polizei Hannover über die Grenzen und den Willen zu rassismuskritischen Reformen innerhalb Deutschlands Polizeistrukturen. Frau Hülya Iri, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Hannover, brachte einen Einblick rassismuskritischer Entwicklungen der Politik Hannovers in die Diskussion ein. Und Ali Lahouaoui, als Aktivist verschiedener zivilgesellschaftlichen Organisationen, berichtete von dem alltäglichen Wahnsinn rassistischer Diskriminierungen in Hannovers Zivilgesellschaft und behördlichen Instanzen.

Ganz wunderbar und unterhaltsam führte uns Moderatorin Türkân Deniz-Roggenbuck durch den Tag. Es gelang ihr, alle Fragen aus dem Publikum zu integrieren, einen respektvollen Austausch zu erhalten und den strikten Zeitplan fast auf die Minute genau zu koordinieren.

Vielen Dank an alle Beteiligten und Gäste für den intensiven Input und spannenden Austausch während des erkenntnisreichen Fachtags!

Foto: IIK e. V.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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