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Kulturzentrum Pavillon

Arabisches Theatertreffen 2022

WiH-Autor M. Puya Eslami schildert seine Gedanken zum diesjährigen Event

  M. Puya Eslami | 17.06.2022

Eine wertvolle Idee von Theaterbegeisterten in Hannover, die Arbeit arabischer Theaterkünstlerinnen und Künstler aus dem Nahen Osten zu präsentieren. Es gab Schwierigkeiten, für alle eingeladenen Künstler*innen und die Theatergruppen Visa zu beschaffen, was dazu führte, dass mehr als dreißig Personen nicht am Festival teilnehmen konnten. Trotz alledem wurde das Arabische Theatertreffen so gut wie möglich durchgeführt.

Gedankenaustausch

In einer der Fachsitzungen, die die Probleme der Theaterleute in diesen Ländern diskutierten, sprachen mehrere Künstler*innen aus Ägypten, Tunesien, dem Irak, Algerien und Gruppen im Exil in Europa über die unangenehme Situation, für jede Aufführung eine Genehmigung beantragen zu müssen.

Vertraute Momente

Spannend war es für alle, auch für das Organisationsteam des Treffens im Pavillon, zum Ausdruck zu bringen, dass die Theaterkünstler*innen, trotz möglicher Gefahren, immer noch sehr kreativ und mit Begeisterung bei der Sache sind. Es war auch ermutigend für mich, der selbst Einwanderer ist und die Notlage iranischer Künstlerinnen und Kunstschaffenden kennt. Es war mir vertraut, wenn die Theaterkünstler*innen dieser Länder sagten, dass sie von ihren Regierungen selten ermutigt würden und dass sie immer mit einer gewissen Angst und Unsicherheit weiterarbeiten.

Rege Zustimmung

Das Theater ist in den arabischen Ländern bei den Bürger*innen immer noch sehr beliebt. In diesen Ländern ist die Kultur des Theaterbesuchs nach wie vor ausgeprägt und die Theaterwelt dynamisch, lebendig und aktiv. Die Kultur des Theaters erfreut alle Theaterliebhaber*innen und man hofft auf einen arabischen Kulturfrühling in die Zukunft junger Künstlerinnen und Künstler.

Theater ohne „GPS“

Leider konnte auf diesem Festival eine der wichtigsten Aufführungen dieses Treffens, die algerische Produktion "GPS", aufgrund der Verzögerung der Visa nicht live aufgeführt werden. Stattdessen wurde die Videoaufnahme einer älteren Aufführung gezeigt.

Ausblicke

Doch trotz aller genannten Probleme war das Arabische Theaterfestival ein wichtiger Schritt in Richtung Kulturaustausch zwischen Theaterschaffenden aus arabischen Ländern und dem Publikum und Theaterinteressierten in Hannover und Deutschland.

In einer Zeit, in der Europäer vom Image arabischer Länder mit ISIS-Terroristen getrübt werden, sollten solche Treffen alltäglich werden, um die Verständigung zwischen den Nationen zu erleichtern und ein friedliches Leben in Demokratien zu ermöglichen.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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