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Einen Ausdruck finden

Schreiben oder nicht

Über die Vor-, Nachteile und Besonderheiten des Schreibenkönnens.

  M. Puya Eslami | 04.04.2022

Heute habe ich wieder einen Artikel zum Thema „schreiben lernen“ übersetzt. Es geht darum, einfach anzufangen mit dem Schreiben, um aus sich herauszukommen, alle Gedanken und Träume aufzuschreiben und dadurch übersichtlich zu machen. Das ist ein schönes Ziel und machbar für viele Menschen. Ich mag das Lesen und Schreiben seit Jahren, habe ein paar ähnliche Kurse besucht und bin vielleicht ein bisschen weitergekommen mit meinem Wissen über das Schreiben. Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit dazu hatte. Doch eine Sache finde ich noch wichtiger, als nur anfangen zu schreiben. Es gehört ein zweiter Schritt dazu, der wichtiger ist als schreiben zu können. Der Schritt ist, in sich zu gehen und den eigenen Charakter zu analysieren, sich zu fragen, wieviel man von sich zu erkennen geben will.

Obwohl ein Mensch mit Schreiben näher zum inneren Ich kommt, kann sich dies aber auch zum Negativen kehren, mancher kann dadurch schlimmstenfalls in eine unerträgliche Depression fallen. Außerdem spielt eine Rolle, wo ein Mensch lebt, wenn er anfängt zu schreiben, welche Erfolge oder Misserfolge ihm das Schreiben bringt, heutzutage besonderes auch über das Internet. Vor hundert Jahren, gehörten Menschen eher zur Oberklasse, wenn sie die Möglichkeit hatten, Lesen und Schreiben zu lernen. Solange jemand keine große Gefahr für die Gesellschaft darstellte, wurde er auch in Ruhe gelassen, um mit seinem Leben zurechtkommen. Heute wird vieles durch die Sozialen Medien aufgebauscht. Wegen einem Kommentar, vielleicht im Suff verfasst, wird schnell fälschlicherweise Unbedeutendes großgemacht. Und das kann sehr gefährlich werden.

Heutzutage wird online vieles sofort und schnell verbreitet, kommentiert, beurteilt, da fragt sich jeder vernünftige Mensch, ob er überhaupt seine Meinung (mit)-teilen soll oder lieber nicht.

In Ländern mit einem undemokratischen System ist die Gefahr natürlich noch viel grösser. Hunderte Aktivisten und Journalisten sitzen zurzeit in den Gefängnissen. Deshalb sollte man in freien Ländern die Möglichkeit zu schreiben vernünftig nutzen. Schreiben zu können ist eine mächtige und wirkungsvolle Waffe, um sich mit der Welt auszutauschen und an der Entwicklung von Zivilisation und Demokratie beteiligt zu sein. Deshalb sollte eine Person, die sich für Schreiben interessiert, mit Respekt und ohne Hass mit dieser Waffe umgehen können.

Die Frage, was man schreiben sollte, ist genauso wichtig, wie die Frage: Sein oder nicht Sein. Wenn jeder Mensch, der schreiben kann, wüsste, welche unglaubliche Wirkung jeder Text beim Leser verursachen kann, würden alle sehr viel vorsichtiger mit jedem einzelnen Wort umgehen.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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