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Frauen aktivistinnen

Internationaler Frauen*tag

Afghanistan – Frauenrechtsaktivistinnen in Gefahr

Im August haben uns die Nachrichten entsetzt, dass die Taliban nach dem Abrücken der deutschen und anderen internationalen Militärs die Macht im Land wieder übernommen haben.

  Gabriele/Internationale Frauengruppe LaRosa/kargah e.V. | 01.03.2022

Das hat für alle, die eine offene demokratische afghanische Gesellschaft wollten, schwerste Erschütterungen bedeutet. Die Lage der Frauen war schon vorher schlecht. Aber es gab Hoffnung und viele Ansätze zur Verbesserung. Und viele Frauen, die Ausbildung und politisches Engagement gelebt haben. Jetzt aber sind alle die engagierten Frauen in ihrem Leben und in ihrer Existenz bedroht. Und müssen sich verstecken oder versuchen zu fliehen. In der Internationalen Frauengruppe LaRosa waren sie davon sehr betroffen und haben sich dafür entschieden, die Lage der afghanischen Frauen zu unserem Thema am nächsten 8. März zu machen. Wir haben uns an Medica Mondiale gewandt, eine feministische Organisation, die seit dem Jugoslawienkrieg Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten unterstützt.

So haben sie auch geholfen, eine lokale Organisation in Afghanistan aufzubauen und zu unterstützen. Ihr Konzept ist so überzeugend, weil sie es immer wieder schaffen, in schwersten politischen und Lebenssituationen traumasensible Ansätze zu vermitteln, zu schulen und zu unterstützen. Und die Eigenständigkeit und Kraft der betroffenen und engagierten Frauen vor Ort zu fördern und zu begleiten. Medica Mondiale arbeitet mit allen Kräften daran, afghanische Frauenrechtsaktivistinnen bei der Flucht zu unterstützen. Ende Oktober befanden sich insgesamt 18 der etwa 90 Frauen und ihre engsten Familienangehörigen in Deutschland. Sie gehören zu einer Gruppe von etwa 90 Mitarbeiterinnen der afghanischen Partnerinnenorganisation, die seit August auf ihre Evakuierung warten. Ein großer Teil der afghanischen Kolleginnen sitzt jedoch nach wie vor mit ihren Familien in Kabul fest. Die Bundesregierung muss endlich ihrer politischen Verantwortung gerecht werden!

In den vergangenen Wochen hat Medica Mondiale mit anderen Organisationen zusammengearbeitet, um die Evakuierung der Frauenrechtsaktivistinnen möglich zu machen. Die Ende Oktober aus Islamabadeingereisten Frauen und Familien etwa habenes mit hilfe der zivilgesellschaftlichen Initiative Kabul Luftbrücke außer Landes geschafft. Ohne Unterstützerinnen und Zivilgesellschaft ist keine Evakuierung möglich. Als internationale Frauengruppe LaRosa planen wir für den 8. März eine digitale Diskussionsveranstaltung mit Inga Weller, der Regionalverantwortlichen für Afghanistan von Medica Mondiale. Das ist uns wichtig, weil für die Frauen dort und auf der Flucht so viel auf dem Spiel steht. Denn wir sind davon überzeugt: auch im Frühjahr wird die Lage der Frauen in Afghanistan noch so sein, dass wir die Öffentlichkeit weiterhin darauf aufmerksam machen müssen. Und auch die Lage all der Frauen, die zwar flüchten konnten, aber jetzt ein Leben in der Fremde aufbauen müssen. Und auch die Lage der Frauen, die schon lange in Hannover leben, doch auch von den Entwicklungen in ihrer alten Heimat betroffen sind.

Internationale Frauengruppe LaRosa / kargah e. V.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover