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Eröffnungsveranstaltung_TdM 2021_Podiumsdiskussion

Menschenrechte grenzenlos

„Wir müssen Gesundheit global denken“

Bündnisveranstaltung „Alle gesund?“ am 12. November im Pavillon. Eine spannende Podiumsdiskussion über das Menschenrecht auf Gesundheit.

  Wolfgang Becker | 15.11.2021

Platz ist wegen Corona nur für 50 Personen im großen Saal des Kulturzentrums Pavillon eingeplant. Gekommen sind nur gut 30 Interessierte, weitere 150 schauten bis jetzt online über einen Streaming-Dienst zu. Es ist die zentrale Bündnisveranstaltung von „Menschenrechte grenzenlos“ unter dem Motto „Alle gesund? - Soziale Gerechtigkeit und das Recht auf Gesundheit“. Initiiert vom Verein kargah gibt es dieses Bündnis seit 2016, derzeit getragen von 22 Organisationen.

Auf dem Podium diskutieren vier geladene Gäste

Sechs Menschen sitzen auf der Bühne, vier von ihnen sind die geladenen Gäste, Franziska Wolters und Mohamed Hussein übernehmen die Moderation. Der Arzt Johannes Schwietering vom Medinetz Hannover spricht über Menschen ohne Zugang zu einer Gesundheitsversorgung – insbesondere über solche ohne Papiere und ohne Krankenversicherung. Hier leiste Medinetz konkrete Unterstützung und betreibe Lobbyarbeit: „Wir arbeiten gut mit der Ärztekammer zusammen“, sagt Schwietering, „die ist zumeist auf unserer Seite.“

„Wir müssen Gesundheit global denken“, meint Birgit Jaster vom Paritätischen Verband Niedersachsen. Sie berichtet über arme Menschen mit schlechter Ernährung und mangelnder Gesundheitsvorsorge. Die auch bei ver.di engagierte Altenpflegerin Meike Sifker erzählt von ihren Erfahrungen in Pflegeeinrichtungen: „Die Bedingungen für die Pflegenden in diesen Wirtschaftsunternehmen sind unmenschlich.“

Globale Perspektiven und ganzheitliche Ansätze

Die aus Frankfurt angereiste Gesundheitsreferentin Anne Jung von medico international bringt Erfahrungen aus Südafrika ein und spricht über „globale Perspektiven“, insbesondere bei der Corona-Pandemie. Es gehe hier um „ganzheitliche Ansätze“ in den Bereichen Bildung, Ernährung, Wohnen und Gesundheit. „Die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger“, sagt sie. Ihre Forderung: „Es darf keinen Patentschutz für essentiell bedeutsame Medikamente geben!“

„Um nicht völlig frustriert nach Hause zu gehen“ will Jung gegen Ende der Diskussion „auch mal was Positives“ loswerden. Sie erwähnt dabei die Initiative vieler Städte, sich ihre Krankenhäuser in kommunale Trägerschaft zurückzuholen. Dies sei ein Weg weg davon, die „Profitmaximierung“ der Krankenhäuser und Pflegeheime in der Gesundheitsversorgung in den Vordergrund zu stellen. Voraussetzung dafür, dass sich hier grundsätzlich was ändert – da war sich das Podium einig – ist der politische Wille dazu und entsprechender Druck aus der Bevölkerung.

Aktionstag am 27. November im Freizeitheim Linden

An verschiedenen Orten in Hannover laufen noch bis zum 19. Dezember 17 dezentrale Veranstaltungen des Bündnisses. Also auch über den „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember hinaus, jenem Tag, an dem die Vereinten Nationen im Jahr 1948 ihre „Allgemeine Deklaration der Menschenrechte“ beschlossen hatten. Ein Highlight der Veranstaltungsreihe soll ein „Aktionstag“ am 27. November werden. Dann werden im Freizeitheim Linden von 14 bis 19 Uhr parallel vier Workshops zu Themen wie Körperbilder, alternative Gesundheitsversorgung und Rassismus stattfinden. Zu wünschen bleibt den Organisator*innen eine rege Beteiligung.

Die Podiumsdiskussion ist noch bis Ende des Jahres als Video auf dem Youtube-Kanal des Pavillons Hannover zu sehen unter: https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=npMTKZC5Q3c

Das gesamte Programm der Reihe unter: www.menschenrechte.kargah.de

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover