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Auf der Baustelle Wasserstadt drehen sich die Kräne

Wasserstadt Limmer

„Uns stehen heiße Auseinandersetzungen bevor!“

In Hannover-Limmer entsteht eine Großsiedlung . Seit 2014 nimmt eine Bürgerinitiative Einfluss auf die Planung. Jetzt hat Investor Papenburg mit ihr das Gespräch gesucht.

  Wolfgang Becker | 27.10.2021

Tischlermeister Uwe Staade aus Limmer war schon erstaunt, als Ende September bei ihm das Telefon klingelte und Günter Papenburg am Apparat war. Der millionenschwere Bauunternehmer schlug ein Gespräch mit der Bürgerinitiative Wasserstadt (BI) vor. Man einigte sich auf den Termin 6. Oktober und auf den Ort: Treffpunkt am Baugelände der zukünftigen Wasserstadt.

Teilnehmende des Gesprächs, das nach einem gemeinsamen Rundgang über die Baustelle in den Räumen der Wasserstadt Limmer Projektentwicklungs-GmbH im Fabrikgebäude an der Wunstorfer Straße stattfand, waren Günter Papenburg, sein Geschäftsführer Ken Kämpf, Projektleiter Oliver Matziol sowie der aus Hamburg angereiste ECE Geschäftsführer Andreas Mattner. Die BI war inklusive Anwaltsplaner Mark Hömke zu siebt vertreten.

Hintergrund des Gesprächsinteresses von Investor Papenburg mit der BI waren offenkundig die unterschiedlichen Vorstellungen zur Verdichtung des Baus der Großsiedlung auf der Conti-Brache in den weiteren Bauabschnitten. Papenburg und seine neuen Gesellschafter hatten unlängst gemeinsam mit Stadtbaurat Thomas Vielhaber die bisherigen politischen Beschlüsse zu einer Obergrenze von insgesamt 1.800 Wohnungen in Frage gestellt, die BI hatte vehement und öffentlichkeitswirksam widersprochen. Die Pläne der Investoren sehen jetzt den Neubau von bis zu 2.400 Wohnungen vor.

„In der Sache sind wir uns nicht näher gekommen“, sagt nach dem Gespräch BI-Sprecher Uwe Staade: „ Herr Papenburg schickt die ECE vor, um massiv nachzuverdichten und damit den Ratsbeschluss von 2016 zu missachten. Bezahlbarer Wohnraum lässt sich jedoch nicht mit Profit orientierten Investoren schaffen. Uns stehen heiße Auseinandersetzungen bevor.“

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Ein Einlenken der BI auf die Vorstellung der Investoren ist jedenfalls nicht zu verzeichnen. Günter Papenburg möchte das Gespräch mit der Bürgerinitiative gleichwohl fortsetzen. „Zu dem Verlauf möchte ich mich aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht öffentlich äußern“, teilte er auf Anfrage mit. Für den Unternehmer geht es um die profitable Vermarktung der Großsiedlung, mit der der 81-Jährige offenbar sein Lebenswerk krönen möchte.

Derweil drehen sich im ersten Bauabschnitt der Wasserstadt die Kräne. Erste Wohngebäude sollen Anfang November bezogen werden. Insgesamt sollen hier rund 550 Wohnungen entstehen, darunter viele im Hochpreissegment. Bereits fertiggestellt und unlängst eingeweiht ist eine Kindertagesstätte mit bis zu 105 Plätzen, ein Supermarkt ist im Bau. Für die kommenden Bauabschnitte in Limmer ist die Planung angelaufen, drei Architekturbüros sind von der Stadt mit der Rahmenplanung beauftragt worden. Knackpunkte sind hier die Erhaltung der ehemaligen Conti-Fabrikgebäude sowie der Grad der Verdichtung.

Neben der Papenburg AG ist jetzt bei der Projektentwicklung der Wasserstadt die vom Versandhauspionier Werner Otto gegründete „ECE-Group“ mit Hauptsitz in Hamburg beteiligt. Sie hat unter anderem die Ernst-August-Galerie in der hannoverschen City errichtet. Dritter Partner ist dem Vernehmen nach der Immobilienentwickler „Wohnkompanie Nord“, zuletzt bekannt beim Umbau des Holländischen Pavillons auf dem Expogelände.

Die BI plant, zum Thema Wasserstadt Limmer eine Demonstration anzumelden für Samstag, den 27. November, um 14 Uhr auf dem Margarethe-und-Max-Rüdenbergplatz an der Straßenbahnhaltestelle Brunnenstraße. Weitere Infos demnächst auf www.wasserstadt-limmer.org

Fotos: Martin Tönnies

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