Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de Welt-in-Hannover.de
samo.fa-Konferenz 2021 Bericht und Fotos_Séverine Jean

samo.fa-Dialogkonferenz

„Geflüchtetenarbeit vor Ort. Es muss weiter gehen!“

Die Bundesförderung läuft bald aus – jetzt konnte das MiSO-Netzwerk noch einmal zeigen, wofür „samo.fa“ steht. Ein bewegender Abend im Kulturzentrum Faust.

  Wolfgang Becker | 14.06.2021

Hybridveranstaltung bei Faust am 4. Juni 2021. Ein Dutzend Menschen in der zum Fernsehstudio umgebauten 60er-Jahre-Halle, die Hälfte von ihnen Techniker. Online sind über Zoom und Twitch 70 Teilnehmende zugeschaltet. Unter Ihnen auch Bürgermeister Thomas Hermann (SPD), der nach der Begrüßung durch Projektleiterin Séverine Jean und einer Schweigeminute für den am Pfingstsonntag verstorbenen Faust-Geschäftsführer Hans-Michael Krüger das einleitende Grußwort spricht.

In zweieinhalb Stunden eine Fülle von Redebeiträgen

Integration und Teilhabe seien in Hannover ein wichtiges Thema, so Hermann: „Es ist wünschenswert, wenn die Geflüchtetenarbeit auch nach Ablauf des samo-fa-Projektes weiterginge“. Danach folgt – ebenfalls per Video zugeschaltet – ein Statement von MiSO-Vorstand Peyman Javaher-Haghighi für den Bundesverband NeMO, der seit fünf Jahren Träger von samo.fa ist.

MiSO-Geschäftsführer Mario Runde gibt auf der Bühne einen Überblick über das Netzwerk seit seiner Gründung im Mai 2012. Ihm folgt eine Videoeinspielung der IIK zum Projekt „Zusammenleben in Vielfalt“, hier gibt es antirassistische Workshops zum gegenseitigen Austausch von Betroffenen. Anschließend interviewt MiSO-Mitarbeiterin Jean den Deutsch-Marokkaner Ali Lahouaoui, der seit 2016 in der Flüchtlingsarbeit aktiv ist.

Vor einer lebhaften Podiumsdiskussion, an der neben Dr. Bettina Doering vom städtischen Fachbereich Soziales und MiSO-Vorstand Eby Tangara (ADV-Nord) auch Hilke Brandy und Peter Jacobs von Seebrücke e.V. teilnehmen, gibt es noch eine Videoeinspielung mit Statements von Migrant*innen zum Projekt samo.fa. Zu Wort kommt per Video auch Bala Ramani vom Indischen Verein.

Abschließend trägt Dang Chau Lam vom Vietnamzentrum Forderungen an die Politik vor. Es geht um „eine menschenwürdige Asyl- und Flüchtlingspolitik in Niedersachsen“. Leider stelle die herrschende Flüchtlingspolitik sich zurzeit als „Abschottung, Abschreckung und Abschiebung“ dar, so MiSO-Vorstand Lam. Wichtig sind ihm auch die Themen „Antisemitischer Rassismus“, „Antimuslimischer Rassismus / Islamfeindlichkeit“ und „ Antiasiatischer Rassismus“. Politik und zuständige Behörden müssten mehr Einsatz für den Schutz von bedrohten Menschen zeigen. Dies gelte insbesondere auch im Medienbereich: „Eine umfassende multiperspektivische Berichterstattung kann Leerstellen füllen, hinterfragen, diskriminierende Ressentiments beeinflussen und einen sinnvollen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben leisten“, so Lam.

Was ist eigentlich „samo.fa“?

samo.fa ist die Abkürzung für „Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“. Seit 2016 stärkt und gewinnt samo.fa Menschen mit Migrationsgeschichte als Aktive für die Unterstützung von Geflüchteten.

Zentrales Ziel des bundesweiten Projekts ist es, mithilfe lokaler Flüchtlingsarbeit die gleichberechtigte Teilhabe von Geflüchteten in allen Bereichen des lokalen und kommunalen Lebens zu stärken. Das Projekt wird in Hannover vom MiSO-Netzwerk e.V. durchgeführt.

Das Modellprojekt wurde zuletzt als „samo.faPlus“ mit je einer Koordinierungsstelle in aktuell 31 Städten im Bundesgebiet fortgesetzt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. Die Bundesförderung läuft jetzt definitiv zum 31. Dezember.2021 aus.

Foto: Wolfgang Becker

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover