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Palästina, Gaza

Hannover-Appell

Stellungnahme der Palästina Initiative Hannover

Die Palästina Initative Hannover äußerte sich zu dem Appell 'Für ein respektvolles Miteinander' vom 18.5.21

  Palästina Initiative | 25.05.2021

Die Palästina Initiative Hannover begrüßt den Appell "Für ein respektvolles Miteinander" - aus Anlass der Gewalt-Ausbrüche im 'Heiligen Land' – als wichtiges Zeichen deutscher Bürger unterschiedlicher Religionen und Herkunft für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Er wendet sich gegen eine Spaltung unserer Gesellschaft nach religiösen Gruppen und Ethnien, die einhergeht mit Palästinenserhass, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus und ruft dazu auf, dass alle Teile der Gesellschaft ein Recht auf Toleranz und gegenseitiges Verständnis haben müssen. Wir freuen uns, dass der Appell damit neben dem Antisemitismus auch andere Arten der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit verurteilt.

Zugleich lehnen wir es ab, wenn die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in ihrer entschiedenen Absage an den Antisemitismus von interessierter Seite dazu genötigt werden soll, sich bedingungslos mit der Politik der israelischen Regierungen zu solidarisieren. Unsere Ablehnung jeglicher Verächtlichmachung, Diskriminierung und Entrechtlichung von Menschen gilt hier wie dort.

Nach dem Waffenstillstand gilt es, den Ursachen des seit Jahrzehnten existierenden Konflikts nachzugehen, der 1948 mit der NAKBA, d.h. der Vertreibung vieler Palästinenser aus ihren Städten und Dörfern begann und sich sowohl mit der Abriegelung von Gaza als auch den Enteignungen von Land und Diskriminierungen im besetzten Westjordanland und Ostjerusalem als Politik der Verdrängung heute fortsetzt. Dies muss als Erstes zum Gegenstand von Verhandlungen gemacht werden. Wir lehnen es deshalb ab, wenn der gerechtfertigte palästinensische Protest pauschal als antisemitische Attacke diffamiert und stattdessen bedingungslose Unterstützung des Staates Israel gefordert wird.

Verhandlungen 'auf Augenhöhe', ein Ende der Besatzung und der Politik der Diskriminierung und Verdrängung sowie gleiche Rechte aller Menschen im israelischen Machtbereich sind allein dazu geeignet, ein gleichberechtigtes und friedliches Zusammenleben von Juden und Palästinensern zwischen Mittelmeer und Jordan zu ermöglichen.

Die internationale Diplomatie, die sich seit Jahren damit begnügt, es bei allen Völkerrechtsbrüchen bei Appellen zu belassen und nicht einzugreifen, muss jetzt nach den Zerstörungen und dem Tod Hunderter von Menschen aktiv einen Verständigungsprozess in Gang setzen.

In diesem Sinne sollte auch unsere gesamte Bevölkerung auf die deutsche Regierung einwirken.

Astrid Wortmann - Dagmar Lembeck - Raif Hussein

WortmannA@t-online.de dagile@t-online.de raif@raif-hussein.de

www.palaestina-initiative.de

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