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csd quiz

Christopher Street Day 2021

Von Hochkultur bis Underdogs: queere Rechte sind Menschenrechte.

Gemeinsam mit Schauspielhaus und Oper hat die queere Community am Christopher Street Day 2021 in Hannover eine coronakonforme Freiluftveranstaltung realisiert.

  Claudia Ermel | 25.05.2021

Im Livestream gab es Musik, Interviews und eine politische Gameshow. Im Innenhof des Schauspiel Hannover wurden Bühne, Technik und Stellwände aufgebaut. Alle Mitwirkenden wurden vorab auf Corona getestet, eingeladene Politiker*innen, Kulturschaffende, Aktivist*innen, Moderator*innen und selbst die Künstler*innen am Klavier und anderen Instrumenten froren und zitterten sich dieses Jahr solidarisch durch den Christopher Street Day - und hatten dabei trotzdem viel Spaß und Unterhaltung.

Der CSD ist politisch

Wieso der Christoher Street Day (CSD) für die Regenbogen-Communities ein politischer Gedenktag ist, erklärte Adrian Amor von Andersraum e.V. gleich zu Beginn ihrer kurzen Vorstellungsrede im Hof des Schauspielhauses.

"Der Christopher Street Day geht auf Vorfälle im Jahr 1969 in New York zurück", referierte Adrian, "nach einer Polizeirazzia in der überwiegend von Schwarzen und Latinex besuchten Stonewall Bar kam es dort in der Christopher Street zu einem Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen." In Erinnerung daran gibt es in vielen deutschen Städten jedes Jahr Christopher Street Days. "Black Lifes Matter, musste leider am heutigen CSD wegen Krankheit absagen", erzählte Adrian. Die Vielzahl der Interviews, informativen Beiträge und Verlesung von Forderungen und Stellungnahme von Initiativen und Vereinen war dennoch groß und vielfältig am Abend des 22.05.2021.

Neben der Aidshilfe-Hannover kamen die Queer Refugees ebenso wie QuerUnity das queere Jugendzentrum (‚Das erste queere Jugendzentrum in Hannover ist ein Ort für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen bis 27 Jahren.‘), Dyke* March Hannoverfür mehr lesbische Sichtbarkeit‘, SCHLAU (eine Bildungsinitiative) oder Phoenix , die sich um die Rechte von Sexarbeiter*innen kümmern, zu Wort.

Wie fit sind Politiker*innen bei queeren Themen?

Eine Gameshow mit Vertreter*innen sämtlicher demokratischer politischer Parteien, die sich zu den nächsten Wahlen stellen werden, bildete einen launigen Auftakt mit durchaus ernsten Fragestellungen.

Es ging darum, die einzelnen Parteien auf ihr Wissen zu queeren Themen abzutasten. Wer zuerst eine Antwort wusste, durfte Glitzerkonfetti als Wortmeldung in die Höhe werfen. Dass die eifrigen Teilnehmenden Moderatorin Frederike Schuberts Fragen oft bereits nach einem halben Satz beantworten konnten, sorgte allerdings kurz für ein kleines Chaos.

Jedenfalls bewiesen die Quizzer*innen, dass ihnen die Antworten recht leicht fielen. Zumindest die hier anwesenden Politiker*innen zeigten, dass ihnen queere Thematik durchaus ein Anliegen ist.

"Mangelnde Solidarität mit Queers ist abwählbar."

Da andererseits gerade die große Koalition im Bundestag den Gesetzesentwurf zu mehr Selbstbestimmung für Trans-und Interpersonen abgelehnt hat, erinnerte Mine Wenzel, (trans*weiblich nonbinary/endo/weiß), Aktivistin und Mitarbeiterin von Andersraum e.V. angesichts der kommenden Bundestags- und auch Kommunalwahlen: „Mangelnde Solidarität mit Queers ist abwählbar“.

Unterfüttert mit Musikbeiträgen, (u.a. Joy Bogart, Spax, Das Clara Pazini Trio und auch der Chor des Schauspielhauses), kamen in den drei Stunden, zahlreiche Künstler*innen, Aktivistinnen, Engagierte und Hoffnungsträger*innen zum Einsatz. Gemeinsam froren sie bei frischen abendlichen Temperaturen (dafür war die frische Luft bestimmt frei von Aerosolen) und gaben doch alle ihr Bestes.

Die Intendantin Sonja Anders und viele andere Mitarbeiter*innen des Schauspiel Hannover hatten CSD und Andersraum Hannover mit Musik, Moderation, Technik und Know How hervorragend unter die Arme gegriffen. Das gelungene Ergebnis wurde dann sogar noch vom Wetter belohnt. Pünktlich zum Ende fing es erst ganz langsam an zu regnen. Der dreistündige Livestream ist übrigens auf der CSD Homepage zu finden.

Die Fahrraddemo am nächsten Tag war mit über 1000 Telnehmenden dann ein weiterer Erfolg für ein solidarisches vielfaltiges Miteinander. Einen kurzen Videoclip dazu beim NDR gibt es hier.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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