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Hadi Safiri

Kunst im Schaufenster + online

Interaktives Künstlergespräch auf Instagram in zwei Sprachen

Als Auftakt zur Vernissage der Schaufensterausstellung "Dazwischen" stellte sich der iranische Künstler Hadi Safiri am 9. Mai im Lifestream auf Instagram den Fragen der Onlinebesucher*innen.

  Claudia Ermel | 11.05.2021

Mit Sekt und Häppchen mussten sich Gäste dieser Vernissage leider selbst versorgen. Allein zuhause vorm Display von Smartphone oder Tablet. Dafür hatte an diesem Sonntag jede Besucherin und jeder Besucher die Gelegenheit, den Künstler exklusiv zu befragen - zu seinen Werken, zu seinen Visionen, zu verwendeten Techniken, und auch zu künftig geplanten Ausstellungen. Hannah Terhorst von kargah e.V. moderierte das Interview mit dem Künstler Hadi Safiri, indem sie dem Kreativen sämtliche - im parallel laufenden Chat gestellte - Fragen aus dem Publikum vorlas. Safiri antwortete jeweils ausführlich auf Deutsch und dann noch einmal auf Persisch. Auch seine Fans in der iranischen Community kamen so auf ihre Kosten, ganz gleich, in welcher Sprache. Im 'realen Leben' werden unterdessen die Bilder in den Schaufenstern des kargah Kiosks in der Stärkestraße 19a ausgestellt.

„Dazwischen“ - Fantasie trifft auf Wirklichkeit

Seit drei Jahren widmet er sich schon intensiv der Malerei, erzählte Safiri, als er sich zu Beginn des Interviews vorstellte. Sein großformatiges Kunstwerk, vor dem er während des gesamten Gesprächs stand, gewährte dem Publikum einen klitzekleinen Ausblick auf das facettenreiche Gesamtwerk des Künstlers. „Dazwischen“ - Fantasie trifft auf Wirklichkeit ist das Thema der Vernissage. Unter dieser Thematik verbindet Safiri in seiner Kunst persische Märchen mit Elementen aus der Gegenwart. Frauengesichter, manchmal auch andere, sind gefüllt mit alten Symbolen aus iranischen Erzählungen.

Seine Inspirationen, Vorlagen und Bildelemente der Werke, die an eine Mischung aus Kollagen und kubistischen Malereien erinnern, schöpfen aus einem riesigen Fundus an Märchen, Bildern, Träumen und phantasievollen Ornamenten.

„In der Natur gibt es keine Trennung“

Im Interview erklärte Safiri, dass Kunst eine sehr gute Möglichkeit bietet, auszudrücken, "was wir denken, was wir fühlen". Er schilderte seine Sicht der Welt, in der es eben nicht nur entweder / oder, Fantasie und Wirklichkeit, Gut oder Böse gibt. Safiri möchte die Vielseitigkeit, die Ambivalenz der einzelnen Menschen zeigen. Dies gelingt ihm durch sein Zusammenführen verschiedener Techniken wie Druck, Kaligrafie und Malerei, unterschiedlicher Themen aus Fantasie und Wirklichkeit und gegensätzlicher Materialien wie Acryl und Kreide. Denn „in der Natur gibt es keine Trennung“, sagte er.

Gesichter von Frauen als Rahmen

Die Bedeutung von Kaligraphie im Zusammenhang mit Poesie in seiner Heimat schilderte Safiri als wesentlichen Anstoß für die entsprechende Vermischung der einzelnen Komponenten in seinen Werken. Auch reliefartig erhabene Buchstaben (3D) sind in den Bildern zu finden, um die Betrachter*innen zum ‚Anfassen‘ zu motivieren. Und während seine Gesichter, die oft den Rahmen für ornamentale Muster, Bilder und Bordüren bilden, zu Beginn immer Könige oder Königinnen zeigten, verwendet er unterdessen auch Vorlagen von realen Personen aus seinem Umfeld. Safiri erzählte, dass ihm hin und wieder Fotos übergeben werden mit der Bitte, sie als Vorlage für ein Bild zu verwenden. Die Frage aus dem Publikum, ob er ausschließlich Gesichter von Frauen zeigt, keine von Männern, wird von Safiri klar verneint.

Die letzte Live-Ausstellung seiner Werke war in einem Freizeitheim in Garbsen. Für Dezember 2021 ist eine Präsentation in der Galerie Luise in Hannover geplant. Dort soll dann auch die Möglichkeit bestehen, einzelne Bilder zu erwerben.

Bis zum 18.06. können Interressierte sich seine Bilder in den Schaufenstern des kargah-Kiosks in der Stärkestraße 19a anschauen. Außerdem hat Hadi Safiri eine Homepage mit Galerie.

Das Interview zur Ausstellungseröffnung auf Instagram ist hier zu finden. Ein weiteres Interview mit Hadi Safiri wird kargah e.V. Mitte Mai veröffentlichen.

Fotos der Schaufensterausstellung: Martin Tönnies
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