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Vor Schulbeginn

Was bedeutet Schulpflicht?
In Deutschland müssen alle Kinder mindestens 12 Jahre lang eine öffentliche Schule besuchen, davon:

  • mindestens vier Jahre die Grundschule und anschließend fünf Jahre die weiterführende Schule (insgesamt mindestens neun Jahre)
  • drei Jahre entweder die Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe) oder eine berufsbildende Schule

In Deutschland sind die Eltern verpflichtet, ihr Kind zur Schule zu schicken und jedes Kind hat auch ein Recht auf Bildung. In der Regel werden die Kinder eingeschult, wenn sie bis zum 30.09. eines Schuljahres sechs Jahre alt geworden sind. Es gibt Sonderregelungen, die individuell mit der Schulleitung abgesprochen werden können.

TIPP:
Sie sollen Ihr Kind etwa 15 Monate vor Beginn der Schulpflicht in der zuständigen Grundschule anmelden. Hierzu bekommen Sie (von der Stadt Hannover oder Ihrem Landkreis) eine Benachrichtigung per Post, aus der der Name der Schule und der Anmeldezeitraum hervorgehen.

Was ist eine Schuleingangsuntersuchung und warum wird sie gemacht?
In Deutschland müssen sich alle Kinder vor Schulbeginn einer „Schuleingangsuntersuchung“ unterziehen.
Innerhalb eines Jahres, bevor das Kind sechs Jahre alt wird, werden Sie als Eltern – von der Region Hannover oder der zuständigen Gemeinde – eine Einladung zu dieser Untersuchung bekommen. In dieser Einladung stehen der Termin und der Ort der Untersuchung. Bei der Untersuchung werden die Hör- und Sehfähigkeiten, fein- und motorische Fähigkeiten aber auch die Sprachentwicklung des Kindes getestet, um festzustellen, ob das Kind in bestimmten Bereichen Unterstützung benötigt.

Was ist Sprachförderung?
Wenn festgestellt wird, dass die Sprachentwicklung Ihres Kindes für einen erfolgreichen Schulstart verbessert werden sollte, muss Ihr Kind die Sprachförderung wahrnehmen. Die Kinder, die Sprachförderung brauchen, werden im letzten Kindergartenjahr durch Pädagogen des Kindergartens oder der Grundschule spielerisch in der deutschen Sprache unterrichtet.
Die Sprachförderung steht den Kindern so lange zur Verfügung, wie sie sie benötigen und kann daher bei Bedarf auch in den weiterführenden Schulen fortgesetzt werden.
Die Art der Sprachförderung ist abhängig von dem Alter der Kinder und davon, ob sie noch in den Kindergarten oder schon in die Schule gehen.

Sprachförderung im Kindergarten:

  • Die Erzieher unterstützen die Kinder beim Spielen sprachlich, z. B. mit gemeinsamem Singen oder dem Ansehen von Bilderbüchern.

Sprachförderung in der Grundschule hängt von den sprachlichen Vorkenntnissen der Kinder und den Kapazitäten der Schulen ab.

  • Sprachlernklassen: ab 10 förderbedürftigen Schülern, können Sprachlernklassen gebildet werden, die schul-, schulform- oder jahrgangsübergreifend eingerichtet werden können.
  • Förderkurse und Förderunterricht: Schüler, deren Deutschkenntnisse zwar für den Besuch einer Regelklasse ausreichend sind, aber noch vertieft werden sollten, besuchen Förderkurse/Förderunterricht je nach Vorkenntnissen zwei bis fünf Stunden in der Woche.
  • Besondere Förderkonzepte bieten die Schulen dann an, wenn mindestens 20% der Schüler eines Schuljahrganges Schwierigkeiten haben.

TIPP:
Wenn Ihr Kind noch nicht genügend Deutschkenntnisse hat, informieren Sie sich bei der Schule über die verschiedenen Möglichkeiten der Sprachförderung

Nächstes Kapitel: Aufbau des niedersächsischen Schulsystems

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