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Herbstferienprojekt16

Ferienprojekt

Ferien: Fluch oder Segen

Ein unangemeldeter Teilnehmer wurde zum Musterbeispiel für das Herbstferienprojekt.

  Claudia Ermel | 10.10.2019

Eigentlich war der 8-jährige Amir Asahan mit seiner Mutter nur zufällig beim Herbstferienprojekt in der Stärkestraße vorbeigekommen. Denn die Mutter wollte zu ihrem Sprachkurs bei kargah e.V. Doch dann machte Amir einfach mit beim Tanzen, Singen und Basteln, war gar nicht mehr loszureißen von der quirligen Kindergruppe. Die Mutter ging also zu ihrem Sprachkurs und kam später wieder, um zuzuschauen bei den Bastelaktionen, die der Lichtkünstler Franz Betz mit den Kindern als Vorbereitung für den ShowAct am nächsten Tag machte.

Franz Betz verteilte Schablonen, die von der einen Seite das Ihme-Zentrum und die „Warmen Brüder“ zeigten und andersherum gedreht Motomachi in Hiroshima. Jedes Kind sollte beide Seiten nun nach Belieben ausmalen. Dann wurde mit zwei LEDs eine der beiden Seiten bestückt und so als „Schmuckseite“ ausgewählt. Mit einem stabilen Band versehen, sollen die Kreationen aller Kinder beim Gesangs- und Tanzauftritt gemeinsam im Lichterglanz erstrahlen.

Amir wollte einfach bleiben

Stolz zeigte Amir Asahan seiner Mutter sein Kunstwerk, sobald sie kam, um ihn abzuholen. Nur: das mit dem Abholen klappte nicht so gut. Denn das Kind war so eingenommen von der lebhaften Kindergruppe, die ja in seinem Alter war, dass er einfach immer weiter mitmachte. Die Mutter fragte auch gleich, ob nicht noch mehr solche Ferienprojekte laufen, oder wenigstens geplant sind. Amir Asahan und seine Mutter stammen aus dem Iran und sind seit zwei Jahren in Deutschland. Beim Herbstferienprojekt war Amir Asahan eigentlich nicht angemeldet. Doch seine Mutter unterschrieb nur zu gerne gleich eine Genehmigung für eventuelle Fotos. Der Junge wurde auch dazu eingeladen, am letzten Projekttag mitzumachen. Die Kinder hatten ihn sowieso gleich mit in ihr Team eingeschlossen.

So brachte noch kurz vor Ende des Projekts der Zufall ein wahres Musterbeispiel für die anvisierte Zielgruppe. Geflüchtete, Asylsuchende, vertriebene Menschen aus Kriegsgebieten müssen sich neben Sprachkursen und Klärung von Aufenthalt und Status ja auch um die Betreuung ihrer Kinder kümmern, auch in den Schulferien. Genau deshalb war die Nachfrage nach diesem Ferienprojekt ein Vielfaches der angebotenen Plätze. Das Problem mit der Betreuung der Kinder in den Schulferien haben übrigens viele Eltern jüngerer Kinder, egal welcher Nationalität oder Herkunft.

Franz Betz, der Lichtbildhauer und Kurator von „Hannover leuchtet“, hat zum Ende des Projekts gemeinsam mit allen Teilnehmenden jedenfalls eine strahlende Abschlussveranstaltung vorbereitet.

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Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

kargah e. V. - Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit    Kulturzentrum Faust e. V.    Landeshauptstadt Hannover