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Catharina Gutwerk

Neugestaltung LIP

Statement von Catharina Gutwerk (Die PARTEI)

"Halten Sie eine Neuaufstellung des LIP für sinnvoll?" und "Werden Sie als OB den LIP zur 'Chefsache' erklären?" Hierzu haben wir Kandidat*innen zur OB-Wahl befragt. Siehe auch Text im Journal >>>

  | 07.08.2019

Ich verfolge selbstverständlich andere Pläne als (alte) weiße Männer von 2006.

Als unbesorgte Bürgerin und bald Oberbürgermeisterin setze ich mich für einen lokalen Desintegrationsplan ein.

Verstehen Sie mich nicht falsch, eine Überarbeitung klingt schon fast vernünftig, ist aber offensichtlich zum Scheitern verurteilt, was wahrscheinlich das Beste für alle Beteiligten ist.

Denken Sie nur mal darüber nach, wie oft man friedlich mit seinem Einkauf (ein Sack Kartoffeln und Sauerkraut) an der Kasse ansteht und plötzlich hinten in der Schlage Vokale einem Ostdialekt erbrochen werden. Ist das schön? Nein, ist es nicht! Es ist unmöglich zu verstehen, was sich an Sinngehalt hinter dieser Würgton basierten Sprache verbirgt. Es ist aufdringlich, laut und verhält sich irgendwie aggressiv in der Ohrmuschel. Instinktiv steigt das Bedürfnis die Kartoffeln enger an den Körper drücken zu wollen, und nur die Angst vor dem plötzlichen Aufplatzen der Sauerkrauttüte hält davon ab.

Verschieben wir den Standort, Sie stehen vor dem Hauptbahnhof.

Eine Gruppe faltiger, korpulenter Männer mit Fischerhüten in Deutschlandfarben steht vor dem Eingang. Wäre es nicht geradezu enttäuschend, kein „Mergkeäl muss wäg“ zu hören?

Ich wäre enttäuscht, von solchen Begegnungen lebt meine Empörung. Und die brauche ich, sie gibt mir Halt und Sicherheit in meiner Beziehung zu Wurzelknollen als Sackware. Also nicht dass ich jemals enttäuscht wurde. Die sind schon alle so, ist die Kultur. Das kriegt man auch nicht raus. Egal wie lange die schon da sind, oder in welcher Generation.

Die bleiben ja doch unter sich. Das ist gut so und gehört gefördert.

Daher möchte ich mich für einen Desintegrationsplan einsetzen, in dem deren Kultur separat gepflegt und unserer in verträglichen Häppchen gegenübergestellt wird. Damit wir Einheimischen wieder mit einem guten Gewissen über die paar braunen Stellen hinweg sehen, und den Sack Kartoffeln ganz nah an uns drücken können.

Welt-in-Hannover.de bedankt sich herzlich für die tolle Unterstützung bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie zahlreichen Organisationen und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schirmherrin des Projekts Welt-in-Hannover.de ist Frau Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe.

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